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Erwerbsquellen und Bildungsniveau auf Sardinien

ES läßt sich beispielsweise erkennen, daß der Sektor der Dienstleistungen, überproportional viele Personen beschäftigt, welche ein hohes Bildungsniveau, nämlich ein abgeschlossenes Studium oder eine mit der österreichischen Matura vergleichbare Ausbildung, aufweisen (insgesamt 43%). Im Sektor Landwirtschaft weisen 46% der Beschäftigten einen Volksschulabschluß auf. Diese Bildungsgruppe nimmt hier also den größten Platz ein. Augenfällig ist jedoch auch, daß der Sektor Landwirtschaft im Vergleich mit den anderen Sektoren mit 11% der Beschäftigten die meisten Personen ohne Schulabschluß versorgt. Insgesamt sind also die eher niederen Bildungsstufen in der Landwirtschaft tätig.

Im industriellen Sektor verfügt quasi die Hälfte (46%) aller Beschäftigten über einen Mittelschulabschluß als höchste abgeschlossene Bildungsstufe. Man kann also davon sprechen, daß hier eher die mittlere Bildungsschicht arbeitet. Auch Personen mit Volksschulabschluß sind in diesem Sektor, gemessen am Gesamtanteil an den Beschäftigten, überproportional vertreten.

Betrachtet man hingegen die Gesamtaufteilung der Beschäftigten unterteilt nach Bildungsstufen, so fällt auf, daß der Mittelschulabschluß mit 39% der am stärksten vetretene ist, während jeweils ein Viertel der Beschäftigten über einen Volksschulabschluß bzw. einen maturaähnlichen Abschluß verfügt. Die Personen ohne Schulabschluß und die Analphabeten hingegen treten in den Hintergrund und machen nur mehr 4% der Gesamtbeschäftigten aus.

Wie bereits an anderer Stelle ausgeführt, geht die Tendenz auf Sardinien auch in die Richtung, sich seine Zukunftschancen mit Hilfe höherer Ausbildungsstufen positiver zu gestalten. Zieht man den Bildungsstand der Gesamtbevölkerung von Sardinien heran, so erkennt man, daß es heute auf Sardinien folgende Situation auf dem Gebiet der "Nicht-Aktiven" gibt: Hinsichtlich der Arbeitslosigkeit sticht vor allem der mit 50% sehr hohe Anteil der Personen mit Mittelschulabschluß hervor. Hält man dem gegenüber, daß gemessen an der Gesamtbevölkerung nur 33% über einen Mittelschulabschluß als höchste abgeschlossene Bildungsstufe verfügen, so läßt sich daraus ableiten, daß dieses Qualifikationsniveau nicht mehr ausreichend ist um einen Arbeitsplatz zu erhalten. Untermauert wird diese Aussage durch die Tatsache, daß 57% der Personen, welche erstmals eine Arbeit suchen, ebenfalls solche mit Mittelschulabschluß sind.

Die unteren Bildungsstufen, angefangen bei den Analphabeten bis hin zu den Personen mit Volksschulabschluß, scheiden zunehmend aus dem Erwerbsleben aus und werden durch solche mit höheren Bildungsabschlüssen ersetzt. Schon für die nächsten Jahre wird eine deutliche Schwerpunktverlagerung hin zu den höheren Ausbildungsleveln erwartet. Dies wird auch durch den Wandel des Bildungsstandes der sardischen Bevölkerung von 1961 auf 1991 dokumentiert. Ob dies allerdings die Möglichkeit für die Bewohner von Sardinien beinhaltet, eine die entsprechende Qualifikation erfordernde Arbeitsstätte auf Sardinien selbst ausfindig zu machen, bleibt abzuwarten und ist nach heutiger Einschätzung eher zu bezweifeln. Der Verwaltungsapparat ist bereits sehr zu aufgebläht und wird mehr und mehr zu einer finanziellen Bürde für Sardinien. Die große Zukunftschance Tourismus weist bis heute noch keine ausreichend professionellen Organisationszüge auf, um jungen Leuten eine gesicherte Zukunftsaussicht bieten zu können. Die Gefahr die aus diesem Zustand abzuleiten ist, liegt darin, daß in Zukunft die Wanderungsbewegung der jungen Sarden nicht mehr sardinienintern von statten geht, sondern Chancen auf dem Festland oder im Ausland gesucht werden.

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