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Das Problem der kurzen Saison als Herausforderung an das Marketing

Da sich die saisonale Nachfrage größtenteils auf die Monate Juli, August und September beschränkt, stellt sich für jeden Hotelbetreiber auf Sardinien in Küstennähe die Frage nach der betriebswirtschaftlichen Sinnhaftigkeit, stehen doch einer hohen ganzjährigen Fixkostenbelastung lediglich drei erlösbringende Monate gegenüber.

Wenn man sich das Angebot an Hotels auf Sardinien ansieht und dieses in Relation zu anderen Tourismusgebieten setzt, fällt auf, wie klein die bestehenden Kapazitäten sind. In der aktuellen Diskussion um den Ausbau der touristischen Infrastruktur wird von den Befürwortern immer wieder hervorgehoben, daß es auf ganz Sardinien mit 629 Hotels bis heute nicht einmal halb soviele Hotels gibt wie alleine im Gebiet der Adriagemeinde Rimini mit ca.1.400 Hotels. Kritiker des touristischen Fortschritts auf Sardinien halten dem entgegen, daß in Regionen wie Rimini heute die Auswirkungen unbedachten Expansionsdenkens zu erkennen seien und es nicht das Ziel sein dürfe die gleichen Fehler, wie das Zubetonieren der Küste und der unsensible Umgang mit der Natur, auch auf Sardinien zu machen. Obgleich diese Diskussion mit Sicherheit eine sehr wichtige und richtungsweisende ist, wird nach Meinung des Autors von den Verantwortlichen die Notwendigkeit verkannt, im Vorfeld von Expansionsgedanken zunächst ein Konzept auszuarbeiten das vorgibt, in welcher Form die Klientel gewonnen werden kann, die die Hotels auch tatsächlich für mehr als drei Monate im Jahr ausreichend auslastet.

Fragt man heute auf Sardinien nach konkreten gegenwärtigen Marketingkonzepten, Zukunftsplänen hinsichtlich der eigenen Vermarktung oder nach Aktivitäten mit dem Ziel der Saisonverlängerung, bekommt man zwar zumeist den Eindruck, daß das Problembewußtsein durchaus vorhanden ist, dieses aber von nur sehr wenigen zielorientierten Maßnahmen begleitet wird.

Solange es mit Hilfe des Marketings der verschiedenen, für den Tourismus verantwortlichen Stellen nicht gelingt neue Zielgruppen anzusprechen, die auch außerhalb der bisherigen Saisonzeiten nach Sardinien reisen, wird die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit vieler Hotelbetriebe nur sehr schwer begründbar sein. Die neuen Zielgruppen müßten nach Meinung des Autors vor allem außerhalb der italienischen Landesgrenze gesucht werden. Bisher konzentrierten sich die Bemühungen in Sachen Kundenaquisition zu sehr auf Festlandsitaliener.

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Copyright 2002 Jörg Kilian